MAREILE FREI

Corona-Stille

Sonntag 5. April, 2020

Ich mag dieses Wort schon kaum mehr hören oder aussprechen: Corona. Die Zeitungen, die Nachrichten, social media, alles ist voller Meldungen über ein Virus. Ist irgendeinem Virus jemals schon einmal soviel Aufmerksamkeit zuteil geworden? Ich weiß es nicht. Und will es auch gar nicht weiter ausführen. Ich weiß nur eines: es schränkt mich ein. Mich, meine Familie, ALLE. Aber ich weiß auch, dahin, wo ich meine Aufmerksamkeit hinlenke, entsteht mehr davon. Mehr Wut, mehr Traurigkeit, mehr vermissen. Ich vermisse meine Kontakte, ich vermisse meine Freunde, meine Arbeit als Yogalehrerin. So geht es sicher ganz vielen.

Was ich aber genauso merke, ich verbringe sehr viel gute Zeit mit meiner Kernfamilie. In der Natur, in unserem Haus, in unserem Mini-Garten. Wir haben es schön miteinander, wir führen Gespräche, wir sind einfach nur zusammen. Die Tage bestehen aus essen, spazieren gehen, basteln, Beschaulichkeit und Ruhe. Ruhe, die mitunter nervt, aber auch Ruhe, die wunderbar sein kann.

Es ist und bleibt zwiegespalten, deswegen probiere ich etwas Neues. Ich konzentriere mich mehr auf mich, auf mein Inneres und alles, was zu meinem Kern gehört. Und wenn mir alles zu viel wird, lege ich Pausen ein. Jaha, Pausen. Man sollte zwar meinen, dass wir alle davon momentan genug haben. Aber ich meine Pausen von social media, vom Nachrichtenstrom, der uns permanent durchdringt.

Ich gehe raus, ich mache Yoga, ich meditiere und ich freue mich riesig auf die Zeit, wenn wir uns alle wieder in real life sehen dürfen. Denn durch dieses Virus entstehen auch Verbindungen, von denen bisher niemand etwas geahnt hat. Menschen rücken zusammen, nicht körperlich, aber im Geiste, es entsteht Hilfsbereitschaft, die grenzenlos erscheint. Es ist soviel Liebe, Austausch und auch Freude da, das ist schön zu sehen. In diesem Sinne, lasst uns weitermachen, lasst es uns gemeinsam durchstehen und mehr noch, lasst es zu etwas positivem werden.

Posted by Mareile Frei