MAREILE FREI

Über das Vermissen, das eigentlich die Vorfreude ist

Sonntag 3. Mai, 2020

Ich vermisse. Ich vermisse echt doll und hart. Ich vermisse meine Freiheit, die Möglichkeit, hinzugehen, wohin ich möchte, zu sagen, was ich möchte. Und ich vermisse meine Kinder. Ich vermisse sie nicht physisch, sie sind ja da, aber ich vermisse, dass sie nicht so sind, wie sie normalerweise sind. Sie vermissen nämlich auch: Freunde, Sport, Musik und Schule. Ich vermisse meine Freunde, Teile meiner Familie, meine Öle Runden, meinen Yoga Unterricht. Meine sozialen Kontakte. Die Möglichkeit, sich zu sehen, von Herzen zu umarmen und Freunde zu sprechen, zu treffen, miteinander zu sein.

Na klar, vieles davon kann ich auch durchs Telefon, über Whatsapp Video-Telefonie oder über Zoom. Ich kann auch Teile meiner Arbeit über Zoom erledigen und vieles von zu Hause aus schaffen. Aber das ist nicht das gleiche. Meine Arbeit funktioniert nur durch den Kontakt, das gemeinsame Riechen an den Öle Fläschchen und den Einsatz der Öle im Yoga Unterricht.

Ach, ich könnte endlos so weiterschreiben, wie hardcore doll ich vermisse. Dabei stelle ich aber fest, dass die Leichtigkeit verloren geht und Trauer dafür den Platz einnimmt. Das habe ich mir einige Tage zugestanden, denn Gefühle wollen schließlich gelebt und beachtet werden. Dann ist mir ein Gedanke gekommen.

Wie wäre es das vermissen durch Vorfreude zu ersetzen? Vorfreude auf alles, was da kommen wird. Wir werden uns wiedersehen, uns in die Arme nehmen können, miteinander sein. Wir werden uns wieder in die Augen schauen können, miteinander feiern und lachen, zusammen Öle riechen und Yoga praktizieren. Bei diesem Gedanken wird mir ganz warm ums Herz und ich habe so eine riesengroße Vorfreude auf diese Zeit, dass ich den ganzen Tag lächeln werde.

Also wann immer uns Corona wieder lässt, macht euch darauf gefasst: ich werde euch kaum mehr loslassen. I feel so much love inside me.

Posted by Mareile Frei