MAREILE FREI

Wie ich zum zweiten Mal Abitur mache und dieses Mal zum Glück die Öle dabei hatte (enthält unbeauftragte Werbung)

Samstag 7. Dezember, 2019

Ich habe drei Kinder. Alle drei sind toll und wunderbar und unterschiedlich. Sehr unterschiedlich. Das fängt mit dem Alter an und hört mit ihrem Verhalten auf. Während ich mit dem jüngsten Kind die Notwendigkeit bespreche, dass man Nomen IMMER groß schreibt, lasse ich mir vom mittleren Kind erzählen, wie die Freundinnen ihre ersten Partyerlebnisse verkraften. Und das älteste macht Abitur. ABITUR. Ich meine, dass finde ich ganz schön unverschämt von ihm, denn ich war doch gerade erst mit ihm schwanger. Ich erinnere mich noch genau daran, wie er mich nach drei Schultagen entsetzt fragte, ob das jetzt jeden tag so weitergehen würde. Seitdem antwortet er mir auch jeden Tag auf meine Frage, wie es in der Schule war, mit langweilig. Am Anfang fand ich das schlimm, inzwischen habe ich mich daran gewöhnt.

Vor zwei Wochen verkündete er mir nun, dass die Abivorklausuren anstehen. Und zwar die erste gleich am nächsten Tag. Er wusste sicherlich ganz genau, warum er mir das so kurzfristig ankündigt. Ich verfiel nämlich sofort in Panik. Dachte, meine Güte Kind, du hast die letzten Monate doch gar nicht gelernt… Man Mutti, war die Antwort. Am nächsten Morgen: riesen Essenspaket für den Jungen gepackt, man könnte ja eventuell verhungern in so einer Klausur. Und falls er sich langweilt, kann er sich wenigstens mit Essen beschäftigen. Im Rausgehen: Kind, bist du warm genug angezogen, hast du genug Tinte/Essen/Trinken? Mama, ich hab alles, auch meine Öle. Zack, alles richtig gemacht.

 

Posted by Mareile Frei